„Die Auftragszahlen der Medizinischen Dienste steigen seit Jahren kontinuierlich an – umso stärker wiegt die weiterhin hohe Zufriedenheit der Versicherten“, erklärt Helge Neuwerk, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Nord. Rund 90 Prozent der Befragten bescheinigen den Gutachterinnen und Gutachtern einen kompetenten, einfühlsamen und respektvollen Umgang. Auch die Organisation und Gesprächsführung werden überwiegend positiv bewertet.
Hohes Vertrauen in die Arbeit des MD Nord
Ein Blick auf die Detailergebnisse zeigt ein differenziertes Bild: Für die Befragung wurden mehr als 1.500 anonymisierte Fragebögen aus dem Jahr 2025 ausgewertet. 9,8 Prozent der Versicherten zeigten sich teilweise zufrieden (Telefoninterview 12,4 Prozent), während 4,6 Prozent (Telefoninterview 4,0 Prozent) unzufrieden waren. Damit bleibt das Vertrauen der Versicherten in die Arbeit des Medizinischen Dienstes Nord auf konstant hohem Niveau. In den Vorjahren lag die Zufriedenheit bei 84,6 Prozent (2024) und 83,9 Prozent (2023). Die Versichertenbefragung wird seit 2014 jährlich bundesweit durchgeführt und durch eine unabhängige wissenschaftliche Stelle ausgewertet. Ziel ist es, die Qualität der Pflegebegutachtung kontinuierlich weiterzuentwickeln und an steigende Anforderungen anzupassen.
Wunsch nach individueller Beratung
Die Befragung zeigt außerdem, dass sich Versicherte eine stärkere individuelle Berücksichtigung ihrer Pflegesituation sowie zusätzliche Zeit für Beratung und Hinweise zur Verbesserung ihrer Versorgung wünschen. „Für viele Versicherte ist die Begutachtung der Einstieg ins Pflegesystem und oft auch die erste Orientierung. Insofern ist der Wunsch nach mehr Zeit pro Begutachtung sehr verständlich – gleichzeitig zeigt er jedoch die Grenzen unseres Pflegesystems auf“, ordnet Dr. Martin Schünemann, Leiter der Abteilung Pflegeversicherung die Ergebnisse ein. Die Begutachtungen des MD Nord folgen einem strengen Zeitplan. Im Schnitt verbringen die Gutachterinnen und Gutachter 45 Minuten vor Ort bei den Versicherten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die hohe Auftragsmenge auch erfolgreich bewältigt werden kann, denn längst hat der Fachkräftemangel auch den Medizinischen Dienst Nord erreicht.
Pflegereform als entscheidender Faktor
Auch deshalb richtet sich die Aufmerksamkeit des MD Nord auf die Planungen der Bundesregierung für eine große Pflegereform: „Unsere Aufgabe ist eine unabhängige Begutachtung im Sinne des Solidarsystems: Wer einen Pflegegrad braucht, muss ihn bekommen, wer keinen Anspruch hat, darf es nicht. Ausschlaggebend sind die gesetzlichen Vorgaben der bundeseinheitlichen Richtlinien. Dieser Grundsatz wird auch künftig für die Akzeptanz unseres Pflegesystems entscheidend sein“, erklärt Helge Neuwerk. „Mit Blick auf den demographischen Wandel ist absehbar, dass in Zukunft weniger Fachkräfte mehr Begutachtungen werden leisten müssen. Darauf müssen wir uns heute strukturell vorbereiten: mit digitalen Neuerungen – wie einer videogestützten Pflegebegutachtung –, aber eben auch mit politischem Rückenwind für eine bürokratieärmere Begutachtung. Die angekündigte Pflegereform des Bundes ist ein entscheidender Faktor, den es jetzt auch braucht, um die Pflege im Norden und bundesweit auf die vor uns liegenden Herausforderungen vorzubereiten.“