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Ob Fragen zum Begutachtungsverfahren bestehen, Unterstützung in einer neuen Pflegesituation benötigt wird oder ein anderes Anliegen geklärt werden soll: Beim Medizinischen Dienst Nord finden Versicherte, Leistungserbringer und Kranken- und Pflegekassen verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in verschiedenen Bereichen. Sie informieren, begleiten und helfen dabei, Fragen transparent und fair zu klären.

Ein zusätzlicher fachlicher Schwerpunkt liegt zudem im Kompetenzzentrum Geriatrie, einer gemeinsamen Einrichtung der Medizinischen Dienste. Hier werden Expertise und Erfahrungen gebündelt, um die Begutachtung und Versorgung älterer Menschen weiterzuentwickeln.

Einer für alle, die Orientierung suchen

In der Abteilung Service des Medizinischen Dienstes Nord laufen viele Fäden zusammen. Als erste Anlaufstelle für Versicherte begleiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen oft in herausfordernden Lebenssituationen, z.B. wenn plötzlich Pflegebedarf entsteht. Sie erklären verständlich die Abläufe der Pflegebegutachtung, informieren über notwendige Unterlagen für Termine und koordinieren zuverlässig die Begutachtungszeiten. Und das in bis zu 50 Telefonaten am Tag.

Mit hoher Flexibilität, strukturierten Prozessen und einem konsequenten Mehr-Augen-Prinzip sorgen sie dafür, dass Verfahren reibungslos und fehlerfrei ablaufen. Enge Teamarbeit, bereichsübergreifende Unterstützung und ausgeprägtes Organisationstalent auch bei hohem Telefonaufkommen gewährleisten einen Service, der Orientierung gibt und Vertrauen schafft.

Wer uns anruft, befindet sich oft in Ausnahmesituationen. Dann geht es darum, Orientierung zu geben und die Abläufe der Pflegebegutachtung gut zu erklären.

Annika Niemann und Verena Aktürk

Mitarbeiterinnen in der Abteilung Service beim MD Nord

Zwischen wertvollen Hinweisen und persönlichen Angriffen

Die persönliche Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Nord ist für viele Versicherte und Angehörige eine Ausnahmesituation. Mit ihr verbinden sich Erwartungen, Unsicherheiten und häufig auch wirtschaftliche Fragen. Entspricht das Ergebnis einer Begutachtung nicht den Erwartungen, kann dies auch noch Wochen später dazu führen, dass sich die Enttäuschung über die Empfehlung in Form einer Beschwerde gegen die begutachtende Person Bahn bricht. Nicht selten geraten dann sachliche Kriterien und rechtliche Rahmenbedingungen in den Hintergrund, persönliche Angriffe sind keine Ausnahme. Dabei ist die Zahl der Beschwerden gemessen an der für 2025 erfassten Gesamtzahl von über 400.000 sozialmedizinischen Stellungnahmen und Gutachten mit Versichertenbezug sehr gering und bewegt sich im Promillebereich. 

Sachlich vorgetragene Beschwerden liefern wichtige Hinweise zur Problemerkennung und machen sichtbar, wo Erwartungen, eigene Ansprüche und tatsächliche Rahmenbedingungen auseinanderfallen. Sie sind damit ein wertvolles Element der Weiterentwicklung. Jede Rückmeldung wird vom MD Nord genau geprüft und eingeordnet: Geht es um das Ergebnis einer Begutachtung, um als problematisch wahrgenommenes Verhalten oder um verbesserungswürdige Abläufe? Abhängig vom jeweiligen Anliegen werden intern Stellungnahmen eingeholt, Gespräche geführt oder Sachverhalte erläutert.

Entscheidend ist dabei die Abgrenzung: Was ist eine nachvollziehbare Kritik am Verhalten der Gutachtenden und was gehört ins Widerspruchsverfahren, stellt also eine Kritik an der gutachterlichen Bewertung und dem Ergebnis dar? Denn Widersprüche gegen Gutachten des MD Nord werden nicht durch das interne Beschwerdemanagement des Medizinischen Dienstes bearbeitet, sondern durch die jeweils zuständige Kranken- oder Pflegekasse.

Ihr Feedback an uns

Unabhängige Perspektive im Dialog

Neben dem Beschwerdemanagement können sich Versicherte und Beschäftigte des MD Nord auch an eine unabhängige Ombudsperson wenden. Seit 2025 übernimmt Dr. Ingo Böhle diese ehrenamtliche Aufgabe.

Die Ombudsperson nimmt Beschwerden im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Medizinischen Dienstes auf und vermittelt in Konfliktsituationen. Sie arbeitet weisungsfrei und außerhalb der internen Strukturen des MD Nord. Eingaben werden vertraulich behandelt.

Das Ombudsverfahren ergänzt bestehende Rechtswege, ersetzt sie jedoch nicht: Gutachten oder Leistungsentscheidungen können nicht geändert werden. Ratsuchende erhalten stattdessen eine unabhängige Einschätzung sowie Informationen zu möglichen weiteren Schritten, etwa Widerspruch oder Sozialgerichtsverfahren.

Ingo Böhle erklärt: "Mir ist vor allem wichtig, dass Menschen sich ernst genommen fühlen. In Situationen, in denen Versicherte oder Mitarbeitende mit einem Ergebnis oder Ablauf nicht zufrieden sind, stehen oft berechtigte Emotionen im Vordergrund. Es ist mein Anspruch, diesen Perspektiven mit Respekt zu begegnen, Vertrauen zu schaffen und einen konstruktiven Dialog zu ermöglichen. Grundsätzliche Neutralität bei gleichzeitiger Empathie für die Versicherten sowie Transparenz und verlässliche Informationen zu ihren rechtlichen Möglichkeiten sind die Leitlinien meiner Arbeit."

 

Ihr Kontakt zur Ombudsperson

Künstliche Intelligenz als Unterstützung im Arbeitsalltag

Wie wir uns auf den Einsatz von KI vorbereiten

Der Medizinische Dienst Nord bereitet den Einsatz Künstlicher Intelligenz gezielt und strukturiert vor. Seit 2025 arbeitet eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft daran, klare Rahmenbedingungen zu schaffen, geeignete Anwendungsfälle zu identifizieren und KI verantwortungsvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Im Mittelpunkt steht der praktische Nutzen: KI soll Mitarbeitende unterstützen – etwa bei der Strukturierung von Texten oder der schnelleren Auswertung umfangreicher Informationen. Gleichzeitig gelten klare Leitplanken: Sensible Gesundheitsdaten werden nicht in öffentliche Systeme eingespeist, und Entscheidungen bleiben grundsätzlich in menschlicher Verantwortung.

Mit einer eigenen KI-Richtlinie, verpflichtenden Schulungen und einem geplanten KI-Labor schafft der MD Nord die Voraussetzungen für einen sicheren Einsatz. Ziel ist es, Prozesse gezielt zu verbessern, Mitarbeitende zu entlasten und die Qualität der Arbeit langfristig zu sichern.

Geriatrische Kompetenz für eine alternde Gesellschaft

Kompetenz-Centrums Geriatrie bündelt Expertise

Immer mehr hochbetagte, mehrfach erkrankte Menschen prägen die Begutachtungspraxis der Medizinischen Dienste. Mit dem demografischen Wandel steigen Fallzahlen und Versorgungs­komplexität. Geriatrische Kompetenz wird damit zu einer zentralen Voraussetzung für Qualität und Steuerungsfähigkeit im Gesundheitswesen.

Das Kompetenz-Centrum Geriatrie (KCG) bündelt die geriatrische Expertise der Medizinischen Dienste. Es unterstützt bei komplexen Begutachtungen, entwickelt fachliche Bewertungsmaßstäbe weiter und bringt sich in gesundheitspolitische Diskussionen ein.

Ein Schwerpunkt liegt auf der strukturellen Weiterentwicklung der Versorgung. Das KCG setzt sich für regionale Geriatriezentren ein, die Prävention, Akutbehandlung, Rehabilitation und ambulante Versorgung besser verzahnen. Langfristig schlägt es ein Bundesrahmengesetz Geriatrie vor, um eine bundesweit koordinierte und qualitätsgesicherte Versorgung zu stärken.

Auch im Begutachtungsalltag bleibt das KCG zentrale Anlaufstelle: Fortbildungen, fachliche Beratung und einheitliche Bewertungsmaßstäbe unterstützen die Medizinischen Dienste bei komplexen geriatrischen Fragestellungen.

Seit Februar 2026 leitet Dr. Frank Hofschulte das KCG. Ziel bleibt eine stärker vernetzte, sektorenübergreifende geriatrische Versorgung.

Fotos: freepik.com, privat, MD Nord